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Das Turnier der Meister® - Weltstars des Turnsports

Mehr als drei Jahrzehnte Turnier der Meister® - viele, viele Turn-Stars waren in all den Jahren zu Gast: Olympiasieger, Welt- und Europameister oder auch die Besten jener Länder, die nicht zu den führenden Turn-Nationen der Welt zählen. Wir haben einige von ihnen ausgewählt, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie haben sich in Cottbus wohlgefühlt, viele von ihnen waren nicht nur einmal zu Gast in der turnfreundlichen Lausitz.


Bart Conner (USA)
Pauschenpferd-Sieger 1978

Der heute mit Turnstar Nadia Comaneci verlobte Fernsehjournalist zählt zu den erfolgreichsten Turnern seines Landes. Im Jahre 1976 erst 46. bei den Olympischen Spielen, wurde Conner im Jahr seines Cottbus-Triumphes (als erster ausländischer Teilnehmer) Weltcup-Zweiter am Barren. 1979 in Fort Worth wurde er Weltmeister an diesem Gerät, und 1984 in Los Angeles feierte man ihn als Olympiasieger. Dies und der Olympiasieg mit der Mannschaft, zwei WM-Bronzemedaillen (1979/Mannschaft und Sprung) und ein Weltcupsieg am Pauschenpferd (1979) zählen zu seiner großartigen sportlichen Bilanz.


Vitali Scherbo (Weißrußland)
Mehrkampfsieger 1993

"Wo es genug Geld gibt, macht das Turnen auch Spaß",sagt Vitali Scherbo, der sechsfache Olympiasieger von Barcelona 1992. Wo genug Geld vermutet wird, da sind Einbrecher nahe. Auch davon bekam der 24jährige Weißrusse in seiner Heimatstadt Minsk mehrmals Kostproben geliefert. Er nicht allein. Der Zerfall aller ideeller Werte zugunsten des schnöden Mammons, warum sollte er um den virtuosesten Turner unserer Tage einen Bogen machen. Scherbo ist Weltmann geworden, tingelt mit seiner Ehefrau Irina seit seinem unvergessenen Auftritt von Barcelona durch die Hallen der Welt, Schauturnen sind nicht nur in den USA eine gute Geldquelle, mittlerweile weltweit. Die Leute strömen in Scharen, um diesen Wunderknaben von 1,69 m hohem Wuchs und 67 kg Gewicht zu erleben. Er raucht, legte immer mal wieder Trainingspausen ein, tat so ziemlich alles, was einer Bestform eigentlich abträglich ist - und ist trotz aller pesimistischen Voraussagen eines geblieben: Ein begnadeter Turner, der nun in Atlanta der Welt noch einmal beweisen will, was er drauf hat.


Swetlana Chorkina (Rußland)
Siegerin am Balken 1995

Man vergleicht die amtierende Vizeweltmeisterin - da spielen nicht nur Gedanken der Vermarktung mit - mit der Turnkönigin Swetlana Boginskaja. Doch man könnte die 1,63 m in die Höhe gewachsene Russin auch mit der eleganten Larissa Latynina vergleichen, der bisher erfolgreichsten Turnerin aller Zeiten. Swetlana Chorkina wuchs in Belgorod nahe der ukrainischen Grenze, der Heimat Larissas auf. Mit vier Jahren begann sie mit dem Turnen: Zitat: "Ich bin eigentlich nur in der Halle herumgehüpft, wenn die älteren Mädchen trainiert haben." Bei den Europameisterschaften 1994 in Stockholm belegte sie im Mehrkampf den zweiten Platz hinter der Rumänin Gina Gogean, auch bei den WM 1995 wurde sie Zweite und Weltmeisterin am Stufenbarren. Cheftrainer Leonid Arkajew engagiert sich für seinen "neuen Schwan mit langem Hals und langen Beinen", sieht er doch in seinem Schützling die kommende Mehrkampf-Olympiasiegerin von Atlanta. Nur eines könne das verhindern, ihr schnelles Wachstum. Elf Zentimeter ist sie in einem Jahr in die Höhe geschossen, da könnte es sein, dass sie bald nicht mehr durch die Barrenhöhe passt.


Casimiro Suarez (Kuba)
Reck-Sieger und Mehrkampfdritter 1984

Der am 4. März 1962 geborene Turner war berühmt für seine risikovollen Reck-Darbietungen. Als einer der ersten riskierte er den Jägersalto aus der einarmigen Riesenfelge sowie einen noch schwierigeren Luftwirbel, den sogenannten "Def", ein nach seinem französischen Schöpfer benannter Saldo rückwärts mit eineinhalbfacher Körperlängsdrehung zum erneuten Hang am Reck. Der für den Klub INDER Havanna turnende Suarez war der erste Kubaner und der erste Turner Mittelamerikas, der in ein olympisches Finale gelangte (1980 Sechster am Reck). Ungewähnlich und auffallend für einen Turner: Größe (1,78 m), Gewicht (82 kg). Er sah das nicht als Problem: "Die Größe betrachte ich nicht als Nachteil. Ich glaube, es sieht wohl auch attraktiver aus, wenn man langgewachsen ist. Mein Gewicht ist freilich ein Problem. Immerhin wirkt am Reck eine Fliehkraft von mehreren Zentnern." Trotzdem oder gerade deshalb: Seine Reckübungen waren immer ein Erlebnis, eine Augenweide für die Zuschauer in aller Welt...

Holger Behrendt (DDR)
Mehrkampfsieger 1983 und 1988

Nach seinen Turniererfolgen in Cottbus 1983 erzählte Holger, dass er im vierten Schuljahr im Trainingszentrum Schönebeck/Elbe bei Hermann Kudka mit dem Turnen begann und nun im ASK Potsdam bei Bernd Jäger ("dem Erfinder") trainiert. "Die sowjetischen Turner waren mir immer ein Leitbild", sagte Behrendt damals. "Sie besitzen ein hervorragendes technisches Niveau und ausgezeichnete körperliche Voraussetzungen. Bei uns ist die Gymnastik ein Riesenproblem, es hapert aber auch an der Haltung, an der Beweglichkeit und an der Kraft." Letzteres war ihm kaum zu glauben, galt der kleine, untersetzt wirkende Turner doch als personifiziertes Kraftpaket. Sein Fleiß wurde 1988 in Seoul belohnt: Gold an den Ringen und damit der fünfte Turnolympiasieger der DDR nach Karin Janz und Klaus Köste (Sprung und Stufenbarren bzw. Sprung 1972), Maxi Gnauk und Roland Brückner (Stufenbarren bzw. Boden 1980).


Juri Chechi (Italien)
Sieger an den Ringen 1994

Man sagt wohl nichts zu Unrecht, dass er der Menichelli unserer Tage sei. 1964 gewann der Römer im Bodenturnen die olympische Goldmedaille und wollte noch einen drauf setzen bei den Sommerspielen 1968. Dort kurz vor dem Wettkampf auf der Turnbühne in Mexiko-Stadt riß ihm die Achillessehne. Alle Träume waren ausgeträumt. Ein ähnliches Schicksal ereilte Juri Chechi im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele von 1992. Experten trauten dem Rotschopf mit russischem Vornamen (Kosmonaut Juri Gagarin stand Pater für Mamma Rossa und Vater Leo) eine Menge zu, einige sogar den Olympiasieg. Doch da riß im Trainingslager die rechte Achillessehne. Wie nah war da das Schicksal seines berühmten Landsmannes und Vorbildes. Juri Chechi, nur 1,60 m groß und 59 kg schwer, Mitglied von Eturia Prato, einem Vorortsverein von Florenz, gab sein internationales Debüt 1986 bei den Jugend-EM in Karlsruhe. Er belegte im Mehrkampf einen hervorragenden siebenten Platz. Sein stärkstes Gerät wurden die Ringe, und sein Dauer-Duell mit dem Berliner Andreas Wecker nahm seinen weltweit immer wieder mit Spannung erwarteten Lauf. Chechi gewann an den Ringen 1989 und 1991 die bronzene, 1993 die goldene Medaille bei den Weltmeisterschaften, 1995 fügte er - fast schon erwartungsgemäß - eine weitere goldene WM-Medaille hinzu. Nun will er in Cottbus für Olympia proben. Hier ist er mittlerweile Stammgast.


Ivan Ivankov (Weißrußland)
Sieger am Reck 1995

Ist Ivan Ivankov, der Mehrkampf-Weltmeister und Europameister des Jahres 1994, der letzte große Sieger des alten sowjetischen Sportsystems? Andreas Götze schrieb 1995 nach einer Begegnung mit dem 21jährigen: "Noch ist es in Minsk nach altbewährten sozialistischen Muster möglich, Training und Schule unter einen Hut zu bringen. Ivan Ivankow, der gegenwärtig noch die dortige Sportschule Olympische Reserve besucht, trainiert an sechs Tagen in der Woche, täglich zweimal, vor Höhepunktpunkten auch dreimal." Wladimir Watkin, einer der beiden Trainer des möglichen Olympiasiegers von Atlanta 1996: "Die Trainingsbedingungen sind nicht die besten, die Geräte nicht die modernsten, und es mangelt an Geld. Unser Klub gibt es lieber für Tennis und Leichtathletik aus. Aber vorerst kommen wir noch ganz gut zurecht." Und dann sagt er noch etwas: "Er ist gar nicht unser talentiertester Turner." Aber einer - das werden wir nun auf der Cottbuser Bühne einmal mehr erleben - der ungemein kämpfen kann und dem kaum Fehler in seinen Übungen unterlaufen. So wird aus dem 1,67 m großen und nur 62 kg schweren Burschen ein Riese.


FINALS 2012
Samstag
Boden M / m floor
Pauschenpf. M / m p.-horse
Ringe M / m rings
Sprung F / w vault
Stufenbarren F / w uneven
Sonntag
Balken F / w beam
Sprung M / m vault
Boden F / w floor
Barren M / m parallel bar
Reck M / m horizontal bar
QUALIFIKATION 2012
Boden M / m floor
Sprung F / w vault
Pauschenpf. M / m p.-horse
Stufenbarren F / w uneven
Ringe M / m rings
Sprung M / m vault
Balken F / w beam
Barren M / m parallel bar
Boden F / w floor
Reck M / m horizontal bar
LIVE-TICKER
Der Live-Ticker des Deutschen Turnerbundes
NEWS
Galerie: 36. Turnier der Meister - Challenge Cup 2012
Turnier der Meister - Final 2
Reck: Zonderland "fliegt" Konkurrenz davon
Dritte DTB-Medaille des Wochenendes dank Kim Bui
Sprung und Stufenbarren: Siege für Ukraine und Griechenland
TICKETS

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