41. TURNIER DER MEISTER | 17. - 20. November 2016 | Lausitz-Arena Cottbus

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Gestatten "GUSTAV"
05.03.10 | 
Programm zum "Turnier der Meister" ab Freitag kostenlos in der Lausitz-Arena
Der "GUSTAV" - Das Magazin zum Cottbuser Turnjahr 2010 erscheint wie in jedem Jahr pünktlich zum Weltcup "Turnier der Meister®".

Natürlich ist das weltweit älteste Turnier von Spitzenformat auch in geballtem Umfang im "GUSTAV" 2010 vertreten. Neben dem Leitartikel zur 34. Auflage des Cottbuser Turniers erfährt der geneigte Leser alles über die internationalen Stars und die deutschen Starter beim Weltcup oder die Historie aus Sicht des ehemaligen Turniersiegers Holger Behrendt. Dazu gibt es aktuelle Betrachtungen von den DTB-Cheftrainern Andreas Hirsch und Ulla Koch, ein Interview mit Matthias Fahrig, sowie wissenswertes, statistisches und besonderes. Abgerundet wird der "GUSTAV" mit einem bebilderten Rückblick auf das Turnier der Meister 2009, einem Review des DTL-Finales 2009 sowie einen Vorgeschmack auf die noch im März startende neue Saison und Berichte.

Das 72-seitige prall gefüllte Heft ist ab Freitag in der Lausitz-Arena kostenfrei zu erhalten. Halten Sie also Ausschau nach ihrem ganz persönlichen "GUSTAV".
Offizielles Turniershirt 2010
05.03.10 | 
Cottbuser Weltcup-Souvenir am Freitag in der Lausitz-Arena erhältlich
Es ist seit Jahren das Erinnerungs-Stück schlechthin und überall auf der Welt im Einsatz. Ob bei Olympia, bei Welt- und Europameisterschaften oder zuletzt beim Deutschen National-Team-Cup. T-Shirts vom "Turnier der Meister®" in Cottbus aus der jüngeren oder älteren Vergangenheit sind überall mit am Start.

Das offizielle T-Shirt zum 34. Turnier der Meister® 2010 ist in diesem Jahr olivgrün und hat einen deutlich orangenen Aufdruck. Traditionell sind alle teilnehmenden Nationen auf dem Rücken aufgedruckt.

Ab Freitag ist das T-Shirt zum Weltcup 2010 am offiziellen Merchandising-Stand im Foyer der Lausitz-Arena erhältlich. In Kindergrößen von Gr. 152 bis Gr. 164 kostet das gute Stück Baumwolle nur 10,00 Euro - Erwachsene (S, M, L, XL, XXL) zahlen 12,00 Euro für ein Turnier-Shirt. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr sind auch dieses Jahr wieder "Girlie-Shirts" erhältlich. Diese speziell für Frauen etwas knapper und taillenbetont geschnittenen Oberteile gibt es in den Größen S, M und L für ebenfalls 12,00 Euro.
Die Grande-Dame und das Küken
05.03.10 | 
Schon mehrfach stand Oksana Chusovitina (34) beim Turnier der Meister auf dem obersten Treppchen. Die 16-jährige Maike Roll dagegen wird am Wochenende ihr Debüt in der Lausitz geben.
Oksana Chusovitina
Sie ist die Grand-Dame des internationalen Frauenturnens. Sie ist 34 Jahre alt, aber noch kein bisschen müde: Oksana Chusovitina. Die Wahl-Kölnerin, die seit 2006 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, wandelt sich mit jedem weiteren Jahr im internationalen Turnzirkus mehr und mehr zur Lichtgestalt der Szene. Im Turnen hat die gebürtige Usbekin wohl bereits alles gesehen, auf dem Siegerpodesten dieser Welt stand sie selbst bei Olympia (1992) schon ganz oben. 16 Jahre später legte sie bei den Spielen in Peking noch einmal nach und gewann die Silbermedaille am Sprung. Und selbst ein Achillessehnenriss beim Swiss-Cup ein paar Monate später konnte sie nicht zum Aufgeben bewegen.

Ihr für eine Turnerin sensationell hohes Alter hindert die Diplom-Sportlehrerin in keinster Weise daran, nebenbei noch die usbekische Nationalmannschaft zu betreuen und auch in diesem Jahr wieder bei Welt- und Europameisterschaften zumindest am Sprung den Handschuh in den Ring zu werfen. «Ich will mich für 2010 noch einmal in Form bringen. Vielleicht kommt auch der Schwebebalken noch als zweites Gerät dazu», verrät sie. Die Zweifel des ein oder anderen, ob ihre Begeisterung für den Turnsport sie nicht über die vernünftigen Grenzen hinaustragen könnte, zerstreut sie indes. «Ich kenne nach 20 Jahren internationalem Leistungssports meinen Körper am besten», sagt sie.

Maike Roll
Ganz anders dagegen die 18 Jahre jüngere Maike Roll, die beim Turnier der Meister ihr Debüt in der Lausitz geben wird. Während sie im Oktober 2009 bei den Weltmeisterschaften in London noch vor allem Erfahrungen sammeln durfte, holte sie einen Monat später bei ihrem Weltcup-Debüt in Stuttgart prompt Silber am Schwebebalken. In Cottbus hofft sie, noch einmal einen ähnlichen Coup landen zu können. «Die Stadt selbst kenne ich bislang eigentlich nur, weil ich immer wieder vom Turnier der Meister gehört habe und natürlich kenne ich auch die Jungs vom SC Cottbus», sagt die 16 Jahre alte Musterschülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums in Karlsruhe.

Viel Gutes habe sie schon über das Cottbuser Turnier und seine lange Tradition gehört. Und dass das Publikum beim Weltcup hier immer hinter den deutschen Turnern stehe. «Das ist ungemein wichtig, besonders für uns junge Turnerinnen», sagt sie und hofft, dass die Zuschauer auch für sie die Daumen drücken. Denn das Turnier der Meister ist ihre Generalprobe für die zweite EM-Qualifikation eine Woche später in England. Da will Roll unbedingt hin.

Bereits als Juniorin hat sie sieben deutsche Meistertitel gesammelte, gilt als eleganteste Turnerin in der Nachwuchstruppe des Deutschen Turner-Bunds. Von Oksana Chusovitina könne sie sich am meisten am Sprung abschauen, glaubt sie. Dass sie allerdings so lange durchhält wie ihre Teamgefährtin aus Köln, glaubt sie indes nicht. «Dass ich mit 34 immer noch turne kann ich mir - im Moment zumindest - wirklich nicht vorstellen. Das hindert mich aber nicht daran, allergrößten Respekt vor dem zu haben, was Oksana tut. Sie ist eine Klasse für sich, beinahe schon eine Legende», sagt sie.
„Bin mit einem Unterhaltungs-Gen geboren“
05.03.10 | 
Die 34-jährige Joey Grit Winkler moderiert in diesem Jahr bereits zum dritten Mal das Turnier der Meister in Cottbus. Den geschulten Augen des Publikums wird die attraktive Blondine aber weniger aus dem Sport, sondern viel mehr aus dem Fernsehen bekannt sein. Schließlich ist die frühere Cottbuserin und jetzige Wahl-Münchenerin seit Jahren des Gesicht der RTL II-Sendung „Schau dich schlau“ und des „sky Magazin“ beim Pay-TV-Sender sky. Zudem veröffentliche die ehemalige Finanzbeamtin erst vor wenigen Wochen ihre erste Sport-DVD „Perfect Body Workout“. GUSTAV sprach mit der Moderatorin über Sport, Beruf und Heimat.
Joey Grit Winkler, Sie sind in Ihrem bisherigen Leben viel herum gekommen, leben inzwischen in München. Betrachten Sie Cottbus beziehungsweise Ihren Geburtsort Oschatz eigentlich noch als Ihre Heimat und falls ja, warum?
Natürlich ist Cottbus Heimat für mich. Genauso wie Sachsen, wo ich geboren bin. Hier lebt meine Familie, da fühl ich mich zu Hause. Hier ist Zeit zum Ausruhen und zum Auftanken.

Als Moderatorin für Wissenschafts- und Lifestylemagazine liegt die Verbindung zum Sport nicht unbedingt auf der Hand. Wie sind Sie persönlich zum Kunstturnen bzw. zum Turnier der Meister gekommen?
Schon in der 1. Klasse war ich zwei Mal in der Woche beim Turnen und habe es geliebt. Das war genau mein Sport und dem verdanke ich noch heute meine gute Figur. Leider war ich nicht herausragend gut, sodass ich mehr auf den Plätzen 4 und 5 - im Bundesländer-Wettkampf, also nicht der Rede wert - als auf dem Treppchen gelandet bin. Früher gab es ja immer und überall Medaillen, was ich natürlich großartig fand. Ich glaube davon habe ich 22, darunter sechs Mal Gold und die meisten in Bronze. Doch von Urkunden für den 4. oder 5. Platz habe ich bestimmt mehr als 100. Die Sportlerinnen und Sportler, die zum Turnier der Meister nach Cottbus kommen, sind meilenweit von mir entfernt.
Als Animateur in verschiedenen Club-Hotels und bei Antenne Brandenburg habe ich meine erste Moderations-Erfahrung gesammelt. Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt, der mich schon als Jugend-Trainer aus der Turnhalle kannte, hörte Antenne und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte Ecki Herholz beim Turnier der Meister zu unterstützen. Das war eine große Ehre für mich. Ecki ist schon so lange dabei und ein echter Vollprofi. Ich bewundere ihn vor allem dafür, was er alles über jeden einzelnen Turner weiß, egal ob Nachwuchs-Talent oder Favorit - privat oder in der turnerischen Laufbahn. Wie in den Jahren 2000 und 2001 werde ich Ecki beim bunten Programm zur Seite stehen. Die sportlichen Kommentare überlasse ich lieber dem "alten Hasen“ im Business. Er macht das einfach am besten.

Früher war die Olympiasiegerin, mehrfach Welt- und Europameisterin sowie 18-fache TdM-Gewinnerin Maxi Gnauck ihr großes Vorbild. Gibt es auch aktuell Turnerinnen und Turner, die Sie bewundern?
Ich halte immer unseren deutschen Turnerinnen ganz fest die Daumen. Es ist schade, dass Joeline Möbius nicht mehr dabei ist, ich hätte die 17-jährige Olympionikin gern live gesehen. Doch ich kann ihre Eltern auch verstehen. Gespannt bin ich auf Oksana Chusovitina - sie ist ein echtes Urgestein im Turnen. Schon damals in 2000 und 2001 hat sie Medaillen mit nach Hause genommen – seinerzeit allerdings noch nicht für Deutschland. Fabian Hambüchen macht sich auf über den großen Teich, wie auch andere die zum "American Cup" gehen. So ist also alles offen. Das finde ich wahnsinnig spannend, denn es wird sicher die ein oder andere Überraschung geben. Man kann nur wenig voraussagen und vielleicht erleben wir echte Geheimtipps für die Weltmeisterschaft in Rotterdam oder auch unsere EM 2011 in Berlin.

Sie haben einen eher ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, bevor sie Journalistin wurden - studierten Finanzwirtschaft, arbeiteten als Finanzbeamtin und warfen alles hin, um als Club-Animateurin auf die Kanarischen Inseln zu ziehen. Wie entstand der Wunsch als Journalistin zu arbeiten, woher die Liebe zum Journalismus?
Im Grunde bin ich mit einem Unterhaltungs-Gen geboren. Ich bringe Menschen gern Freude und am schönsten ist es, wenn Sie dabei auch noch etwas für sich herausziehen oder mitnehmen können. Einfach mal alle Sorgen vergessen und mit Spaß noch etwas lernen. Das will ich anderen Menschen geben. Das kann ich am besten, viel besser als Steuern im Finanzamt berechnen. Das haben inzwischen auch meine Eltern eingesehen. Sie wollten, dass ich einen sicheren Job bis zur sicheren Rente habe. Und Steuern wird es immer geben - damit haben sie noch heute Recht.

Sie moderieren das Turnier der Meister nach 2000 und 2001 schon zum dritten Mal. Dabei stehen Sie jedoch zum ersten Mal im Rampenlicht der Lausitz-Arena. Aufgeregt?
Oh ja, ich bin sehr gespannt auf die Lausitz-Arena. Ich habe sie bisher nur auf Fotos gesehen - so ist die Vorfreude noch größer.

Sie arbeiten beim Pay-TV-Sender sky, landläufig als übertragender Sender der Fußball-Bundesliga stets mit Sport in Verbindung gebracht, als Moderatorin. Dort führen Sie durch das „sky Magazin“ und beschäftigen sich weniger mit Sport, sondern vor allem mit Lifestyle, Filmen und Stars. In welchem Bereich fühlen Sie sich persönlich wohler – im Sport oder im Lifestyle?
Ganz klar: Entertainment. Ich mag Turnen, aber als reiner Sport-Moderator muss man auch viel Ahnung von Fußball, Basketball, Handball und anderen Sportarten haben. Darüber weiß ich nicht viel mehr als man in der Schule lernt. Ich bin absolut kein guter Sport-Kanal-Moderator. Es sei denn Ecki Herholz und ich gründen unseren eigenen Kunstturnen-Sender. Dann denk ich noch einmal darüber nach.

Für viele TV- und Radio-Moderatoren gilt eine Bühnen- bzw. Showmoderation als besondere Herausforderung. Wie ist das bei Ihnen – Lust oder Frust?
Ja, das stimmt. Vor der Kamera habe ich überhaupt keine Angst und bin selten aufgeregt. Nicht einmal, wenn Brad Pitt oder Quentin Tarantino zum Interview kommen. Aber auf der Bühne, vor einem riesigen Publikum, sieht das ganz anders aus. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sich das anfühlt von Tausenden von Menschen angeschaut zu werden, mit einer großen Erwartung in den Augen. Viele sind euphorisch, freuen sich auf das Event und schreien sich die Kehle aus dem Leib. Dagegen anzuhalten, ohne selbst immer lauter zu sprechen oder gar zu vergessen, was man sagen wollte, ist Königsklasse. Auf der anderen Seite will man aber auch diejenigen mitreißen, die noch nicht ganz ihren Alltag verdrängt haben. Man will sie mitreißen und für die Sache begeistern. Man will sie teilhaben lassen, Freud und Leid bei so einem Turnier mit ihnen teilen. Machen Sie das mal, bei so vielen unterschiedlichen Menschen - das ist gar nicht so einfach.

Bei den Olympischen Spielen wurden aktuell beim Eiskunstlaufen der Herren und im Skispringen darüber diskutiert, auch im Turnen wird immer wieder darüber geredet – die Faszination von höher, schneller, weiter. Wie stehen Sie persönlich zu dieser Entwicklung im Sport?
Ich finde diese Entwicklung zu höher, schneller, weiter eigentlich schade. Vor allem, weil es immer mehr Sportunfälle gibt, die man kurz wahrnimmt und in der nächsten Sekunde schon ein neuer Sportler in den Startlöchern steht. Doch woran liegt das denn? An den Zuschauern, die mehr Adrenalin spüren wollen und gefährliche Anblicke lieben, weil ihnen dann schon beim Zuschauen das Blut in den Adern stockt? Oder liegt es daran, dass es immer mehr richtig gute Sportler gibt, die man nach alten Regeln fast zu zehnt auf den ersten Platz stellen müsste, weil man sie nicht unterschiedlich bewerten kann? Oder an den immer besseren Geräten, die höher, schneller, weiter erst ermöglichen? Oder an ambitionierten Trainern, die wollen, dass ihre Sprösslinge besser sind, als sie es selbst waren und gewinnen, was sie früher nicht gewinnen konnten? Oder, oder, oder... Darüber kann man lange diskutieren, ohne zu einem Ergebnis zu kommen - es wird sich nichts ändern. Entweder man will dabei sein, schwimmt mit und ist sich der Gefahren bewusst oder man geht eben einen völlig anderen Weg. Bei fast 7 Milliarden Menschen auf der Erde - Tendenz steigend - wird es immer welche geben, die mit- und weitermachen. Das ist das Problem und deshalb wird das auch nicht aufhören.

Sie sind seit fast drei Jahren Mutter. Würden Sie Ihren Sohn zum Kunstturnen schicken oder doch lieber zu einer weniger „gefährlichen“ Sportart?
Sport ist wie Essen - zu viel von nur einer Sache kann ungesund sein. Fakt ist: Alles in Maßen ist gut für die Figur, die Gesundheit, das Glücksgefühl, die Lebensenergie und das Selbstwertgefühl. Mein Kind darf zum Kunstturnen - sehr gern sogar.

Eine letzte Frage. Sie haben von sich Reden gemacht, als sie live vom House-Running ( Anm. d. Red.: von einem Hausdach an der Wand entlang abwärts laufen) des 60 Meter hohen Lindner Congess Hotel moderierten oder auch als Sie sich beim Flug in die Schwerelosigkeit filmen ließen. Könnte man Sie frei nach einem Psychothriller mit Bridget Fonda beschreiben mit: „Weiblich, ledig, jung sucht...“?
… den Nervenkitzel? Ja, das war ich früher. Heute als Mama - aber noch nicht verheiratet - bin ich tatsächlich viel ruhiger geworden. Als ich vor fünf Monaten noch einmal für RTL II und "Schau dich schlau!" House-Running machen sollte, konnte ich nicht einmal über die Kannte gehen. Ich hatte plötzlich Angst. Angst davor, dass mir etwas passiert und mein Kleiner sechs Wochen oder vielleicht sogar länger ohne Mami klar kommen muss. Es war wirklich komisch, denn ich fühlte mich vorher immer so sicher. Ich hab's ja schon mal gemacht. Doch Zeiten ändern sich - oder wie Rapper Bushido sagen würde: Zeiten ändern Dich.
Turnier der Meister® der Gradmesser für das Turnjahr
03.03.10 | 
Mit dem diesjährigen Turnier der Meister geht der Weltcup in Cottbus in seine mittlerweile 34. Auflage. Eine bemerkenswerte Zahl eines Traditionsturniers, dass sich von so vielen anderen Veranstaltungen im internationalen Kalender wohltuend unterscheidet und jedes Jahr aufs Neue beweist, dass es etwas besonderes ist.
Lausitz-Arena Cottbus
Das sehen nicht nur die Zuschauer so, sondern auch die Aktiven. Die Cottbuser Organisatoren haben es über Jahre hinweg geschafft, ein besonderes, familiäres Flair zu erschaffen. Ohne bürokratischen Hürden, mit engen direkten Kontakte und pragmatischen Lösungswegen. Andauernde Diskussionen um Turniermodus, Status, Austragungsort und Hallengröße konnten dem Turnier - auch durch großen persönlichen Einsatz auf sportpolitischer Ebene – bisher nichts anhaben. Viele Turnfans und vor allem Athleten hoffen, dass dies so bleibt und quittieren ihre Sympathie für eines der ältesten Turnturniere der Welt durch ihre Treue.

So ist es auch in diesem Jahr: Das Turnjahr in Deutschland beginnt üblicherweise mit Weltcup in der Lausitzarena. Wer international mitmischen will und wissen möchte, welche Wege und Trends die internationale Konkurrenz am Gerät einschlagen wird, der kommt um Cottbus nicht herum. 2008 zeigte die spätere Olympiasiegerin He Kexin aus China bereits hier ihre grandiose Olympiakür am Stufenbarren, mit der sie später in ihrer Heimat Gold holte und US-Superstar Nastia Liukin auf den zweiten Platz verwies. Der Blick auf die Meldeliste zeigt, dass auch in diesem Jahr viel Spektakuläres und Neues in der Lausitzarena geboten werden wird.

Nehmen wir zum Beispiel Epke Zonderland: Der Niederländer ist aktueller Vizeweltmeister am Reck und fällt nicht nur durch seine unkonventionelle Haarpracht, sondern vor allem durch seinen verrückten Stil an der 28 Millimeter dünnen Stange auf. Kaum ein Turner im Weltzirkus wagt so spektakuläre Flugelemente, immer auf des Messers Schneide, wie der 23-Jährge aus Heerenveen. Teamkollege Jeffrey Wammes als Vorjahressieger am Sprungtisch turnte ebenfalls schon zahlreiche internationale Finals und überzeugt dagegen durch seinen extrem sauberen und eleganten Stil.

Elegant ist auch ein Attribut, welches voll und ganz auf Marta Pihan-Kulesza zutrifft. Die Polin siegte 2009 am Schwebebalken und bereichert auch 2010 nicht nur optisch das Turnier der Meister. Ein anderer Turner ist auch ohne große Siegchancen eine Bereicherung für jedes Starterfeld.
"Solange mein Körper mitspielt und ich auf hohem Niveau turnen kann, solange gibt es keinen Grund aufzuhören." Espen Jansen (41)
Espen Jansen tourt schon seit Jahren unter dem Synonym „ältester Teilnehmer“ bei den großen Turn-Events um die Welt. Mit 41 Jahren hält der vierfache Familienvater die inoffizielle „Weltrekordmarke“ von 13 WM-Teilnahmen. Ein Ende scheint für den Norweger trotzdem noch nicht in Sicht. „Solange s mir Spaß macht...“, lautet seine Devise.

Dies sind nur einige Gegner der deutschen Starterinnen und Starter, für die es laut DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam darum geht, „nach den veränderten und aufgestockten Übungen zu zeigen, wo man im europäischen Vergleich einzuordnen ist“. Matthias Fahrig, Marcel Nguyen, Philipp Boy, Robert Juckel, Brian Gladow Thomas Taranu, Oksana Chusovitina, Marie-Sophie Hindermann und Maike Roll müssen also kurz vor den Europameisterschaften Ende April in Birmingham zeigen, was ihnen steckt.

Keine leichte Aufgabe für die Mitglieder des Turn-Team Deutschland, startet doch jeder mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Saison. Matthias Fahrig hat ein phantastisches Turnjahr hinter sich. Das „Sprungwunder“ aus Halle erkämpfte sich 2009 bei der EM zwei Medaillen und stand als einziger Deutscher Athlet im Herbst bei der WM in London in den Gerätfinals. 2010 wird er sich daran messen lassen müssen, neben Fabian Hambüchen der zweite deutsche Turner in der Weltspitze zu sein. Eine Bürde, mit der der charismatische Publikumsliebling sicherlich umzugehen weiß. Auch wenn „Matze“ zuletzt mit einer Fußverletzung samt OP zu kämpfen hatte.

Deutlich mehr Verletzungspech hatte Oksana Chusovitina: Die 34-jährige Turnlegende verbrachte nach Bizeps- und Achillessehnenriss im vergangenen Jahr fast mehr Zeit in der Rehabilitation als in der Turnhalle. In Cottbus will die Silbermedaillengewinnerin von Peking und neunfache Cottbuser Titelträgerin alte Stärke zeigen. Ziel der Kölnerin ist es, die deutsche Frauenriege bei der EM in Großbritannien anzuführen. Marie-Sophie Hindermann musste ebenfalls lange gegen eine Verletzung der Achillessehne ankämpfen. Die Tübingerin ist mit ihrer Größe und Ausstrahlung eine Augenweide an jedem Gerät. 2007 bei der WM in Stuttgart belegte sie am Stufenbarren den fünften Rang. Ob die Schwäbin schon wieder an ihre alte Form anknüpfen kann, wird sich in Cottbus zeigen. Zusammen mit ihren jungen Teamkollegin Maike Roll und Elisabeth Seitz (nach dem Auftritt beim American Cup geschont) bilden sie „das Rückrad unseres Teams für die großen Veranstaltungen in diesem Jahr“, so Cheftrainerin Ulla Koch.

Robert Juckel (Cottbus)
Mit den Lokalmatadoren Philipp Boy und Robert Juckel vom SC Cottbus wird auch in diesem Jahr wieder ordentlich Stimmung in der Lausitzarena einkehren - so viel ist sicher. Es spricht für die Qualität und Erfahrung des 28-jährigen Juckel, dass Chefcoach Andreas Hirsch erneut auf ihn setzt.
Philipp Boy (Cottbus)
Philipp Boy wird nach überstandenem Grundwehrdienst alles daran setzen, bis zur EM die richtige Wettkampfform zu erlangen. Beim Turnier der Meister wird der Vergleich mit Spezialisten wie Zonderland zeigen, wie der Status quo - nicht nur von Boy - ist.

Es wird spannend, freuen wir uns drauf!
(TH)
Turn-Team Deutschland in starker Besetzung beim Turnier der Meister®
24.02.10 | 
Fahrig und Chusovitina führen das Team an
Vom 12. bis 14. März treffen sich zum 34. Turnier der Meister® zahlreiche internationale Top-Athleten in Cottbus, um Turnen auf höchstem Niveau zu präsentieren. In der Lausitz-Arena treffen sich die Nationen, um an einer der ältesten Turnveranstaltungen weltweit teilzunehmen. Seit 1979 wird das Turnier der Meister in Cottbus veranstaltet, auch in diesem Jahr geht das Turn-Team Deutschland in starker Besetzung an die Geräte.



Männer mit Fahrig, Boy und Nguyen
Philipp Boy


Die deutschen Männer werden mit Philipp Boy und Robert Juckel, die in Cottbus vor heimischem Publikum antreten werden sowie mit Matthias Fahrig (SV Halle), Marcel Nguyen (TSV Unterhaching), Brian Gladow (SC Berlin) und Thomas Taranu (KTV Straubenhardt) antreten.



Oksana Chusovitina
Frauen mit Chusovitina, Hindermann und Roll

Für die deutschen Frauen ist der Weltcup in Cottbus laut Cheftrainerin Ulla Koch „ein wesentlicher Zwischenschritt zu den Europameisterschaften“. Entsprechend werden die Turnerinnen in der bestmöglichen Besetzung mit Oksana Chusovitina (TT Toyota Köln), Marie- Sophie Hindermann (TSG Tübingen) und Maike Roll antreten (TG Söllingen) antreten. Für Chusovitina und Hindermann wird der Wettkampf der erste große Probelauf nach einer langen Verletzungspause auf dem Weg zur EM sein. Verletzungsbedingt ausfallen wird hingegen die Deutsche Meisterin Kim Bui (TSG Tübingen). Sie hat sich am vergangenen Dienstag (23.02.) einer Kreuzbandoperation unterzogen und will nach erfolgreicher Rehabilitation spätestens zur EM 2011 in Berlin wieder fit sein. Ob das Team für Cottbus um eine weitere Athletin ergänzt wird, entscheidet sich im Trainingslager im Bundesleistungszentrum in Kienbaum.

Wie wichtig das Event in der Lausitz in diesem Jahr für die Athleten ist, verdeutlicht DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam: „Nach den veränderten und aufgestockten Übungen wird sich nun in Cottbus zeigen, wo die Athleten im europäischen Vergleich einzuordnen sind und wie stabil die neuen Übungen geturnt werden.“, so Willam.
Joeline Möbius beendet Turn-Laufbahn
19.02.10 | 
17-jährige Chemnitzerin will schulische und berufliche Karriere vorantreiben
Joeline Möbius
Eine weitere Hiobsbotschaft ereilte Turn-Bundestrainerin Ulla Koch am Dienstag. Unmittelbar nach dem Kreuzbandriss von Mannschaftsführerin Kim Bui aus Tübingen erklärte die Chemnitzer Nationalturnerin Joeline Möbius ihren Rücktritt.

„Ihre Eltern haben beschlossen, sie aus dem Leistungssport zu nehmen, weil sie seit Olympia immer wieder kleine Verletzungen und kleinere Krankheiten hatte“, sagte Koch. „Sie soll sich nicht mehr so sehr durch den Leistungssport unter Druck gesetzt fühlen und ihre weitere schulische und berufliche Karriere weiter vorantreiben.“

Die 17-jährige Möbius war Mitglied des deutschen Olympia-Teams 2008 in Peking.
Keine Champions-Trophy 2010
19.02.10 | 
Willam: "Wiederbelebung 2011 möglich"
Die hoch dotierte Champions Trophy der Turner wird 2010 keine Fortsetzung finden. Das bestätigte Präsident Rainer Brechtken am Donnerstag auf einem Medientag des Deutschen Turner- Bundes (DTB) in Berlin. „Leider hat einer der Fernsehpartner die Auffassung vertreten, dass sie die Serie im Moment nicht fortsetzen wollen. Daraufhin hat der andere erklärt, dass er es nicht alleine Schultern will“, sagte der 64-Jährige. 2009 war das Mehrkampfspektakel um Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen von ARD und ZDF gemeinsam übertragen worden. Lediglich im Rahmen des DTB-Pokals in Stuttgart soll es im November noch einen Mehrkampf geben.

DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam, der auch Exekutiv-Mitglied des Internationalen Turnverbandes (FIG) ist, machte den Turnern jedoch Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Serie im Jahr 2011 - dann aber weitgehend auf internationalem Parkett: „Wir sind bei der FIG daran, Nägel mit Köpfen zu machen“, sagte Willam. Demnach soll die A- Weltcupserie künftig nur noch aus vier Mehrkampf- und vier Einzelgeräte-Veranstaltungen bestehen. Die Teilnehmerzahl soll auf acht im Mehrkampf und zwölf bei den Einzelgeräten begrenzt werden. Im Teilnehmerfeld beider Serien soll es dann Auf- und Absteiger geben.
Kreuzbandabriss: Aschermittwoch für Kim Bui
18.02.10 | 
Deutsche Mehrkampfmeisterin muss mindestens 6 Monate pausieren
Kim Bui
Die deutsche Meisterin im Mehrkampf und am Boden, Kim Bui, fällt wegen eines Kreuzbandabrisses nach ersten Diagnosen mindestens ein halbes Jahr lang aus.

Wie der Schwäbische Turnerbund (STB) mitteilte, zog sich die Tübingerin die schwere Verletzung am hinteren Kreuzband des linken Knies am Dienstag beim Training zu.

Die 21 Jahre alte Bui kam bei einer Doppelschraube am Boden mit überkreuzten Beinen unglücklich auf. Nach Angaben von Trainingskollegen beherrscht Bui dieses Element normalerweise „im Schlaf“. Trainer und Betreuer brachten die Verletzte sofort zu Mannschaftsarzt Daniel Wagner. Zum Ausfall von sechs Monaten sagte Cheftrainer Klaus Nigl: „Das wäre schon eine relativ kurze Pause. Bei Verletzungen dieser Größenordnung kann man das aber nicht genau sagen.“
Fabian Hambüchen verzichtet auf Weltcup-Start in Cottbus
09.02.10 | 
Fabian Hambüchen wird auf einen Weltcup-Start beim «Turnier der Meister®» vom 12. bis 14. März in Cottbus verzichten. Das geht aus einer Pressemitteilung seines Managements vom Dienstag hervor. Demnach wird der 22-Jährige seinen Saisonauftakt am 6. März als Titelverteidiger beim American Cup in Worcester (Massachusetts/USA) bestreiten. Weitere Stationen auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Rotterdam (17. bis 24. Oktober) werden lediglich ein Test-Wettkampf in Dessau (17. April), die Europameisterschaften in Birmingham/Großbritannien (20. bis 25. April) und der Japan Cup (3. bis 4. Juli) in Tokio sein.

In Cottbus zeigte sich Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt enttäuscht über die Absage des deutschen Turnstars.
«Auf der einen Seite habe ich nach seinen Erfahrungen des vergangenen Jahres Verständnis dafür, dass Fabian sein Programm reduziert hat. Auf der anderen Seite ist es natürlich schade, dass es mit uns ausgerechnet das traditionsreichste deutsche Turnier mit seinem begeisterungsfähigen Publikum getroffen hat», sagte er.
(nbb)
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