Turnier der Meister® - Die Wettkampfgeräte
Beim Turnier der Meister® wird an 10 Geräten (6 Männer,
4 Frauen) geturnt. Nach einer Qualifikation, der sich alle Turnerinnen
und Turner stellen müssen, starten die besten je Gerät
in den Finalwettkämpfen.
Wir wollen auf dieser Seite die einzelnen Geräte vorstellen, zeigen
worauf es für die Athleten ankommt, welche Elemente gezeigt werden,
worauf Kampfrichter und worauf Zuschauer ihre Wertschätzung legen.
WETTKAMPFGERÄTE DER MÄNNER
Die Männer turnen an den Geräten Boden, Pauschenpferd, Ringe,
Sprung, Barren und Reck. Jeder Turner darf seine Übung einmal den
Kampfrichtern präsentieren. Ausnahme bildet der Sprung. Hier müssen
zwei Sprünge gezeigt werden, welche mit ihrem Mittelwert in die Wertung
eingehen.
Das BODENTURNEN
der Männer ist durch Salti und integrierte Längsachsendrehungen
(so genannte Schrauben) geprägt, welche die Faszination dieses Gerätes
ausmachen. Ein Turner muss am Boden je mindestens einmal einen Vorwärtsprung,
einen Rückwärtssprung, einen Seitwärtssprung sowie ein
statisches Element (z.B. Krafthandstand) und einen Abgang präsentieren.
Viele eindrucksvolle Elemente sind im Turnen nach den Erfindern benannt.
So sorgt am Boden beispielsweise der "Tsukahara" regelmäßig
für Begeisterung beim Publikum. Das früher als Mondsalto bezeichnete
Element beinhalt eine doppelte Breitenachsendrehung mit integrierter Längsachsendrehung.
Das
PAUSCHENPFERD ist ein 1,05m hohes Stützgerät mit zwei
Griffen (Pauschen). Charakteristisch für dieses Gerät sind kreisende
und pendelnde Schwünge, welche mit geschlossenen oder gespreizten
Beinen vollzogen werden. Spitzenathleten an diesem Gerät erkennt
man an einer nahezu gestreckten Hüfte und einer immensen Amplitude
der Schwünge, die neben dem kraftvollen Arbeiten gegen die Schwerkraft
eine ungemein koordinative Leistungen erfordert. Das Pauschenpferd gilt
bei vielen Turnern als "Zittergerät" weil Fehler kaum kaschiert
werden können.
Die RINGE
sind ein typisches Gerät für athletisch starke Turner. Neben
dem Einsatz an Kraft muss der Turner auch in schwierigen Passagen immer
das Gleichgewicht halten und dabei die in einer Höhe von 2,80 m hängenden
Holzringe im Griff haben.
Der Wechsel zwischen perfekten Halte- und Schwungelementen mit einem komplexen
Abgang bringt Höchstnoten. Ein typisches Ringeelement ist der Kreuzhang,
bei dem der Turner mit ausgestreckten Armen zwischen den Ringen förmlich
in der Luft steht.
Am SPRUNG
(seit 2001 Sprungtisch, vorher Sprungpferd) versucht der Turner die ca.
25 Meter Anlauf dafür zu nutzen, um aus einer hohen Geschwindigkeit
und einem kraftvollen Absprung die nötige Dynamik für eine möglichst
lange, hohe und weite Flugphase zu entwickeln, um eine hohe Anzahl an
Breiten- und Längsdrehungen in den Stand zu vollführen
Ein oft gezeigter Sprung ist der Handstützüberschlag mit Doppelsalto
("Roche").
Am
BARREN zeigen die Turner in der "Holmengasse" - dem
Raum zwischen den beiden parallel verlaufenden Barrenholmen - Elemente
wie Unterholmelemente (z.B. Riesenfelgen) oder auch spektakuläre
Flugelemente (z.B. Doppelsalti auf die Oberarme), die heute zum Standardrepertoire
eines Spitzenturners gehören.
Das
RECK als "Königsgerät" im männlichen
Gerätturnen bildet als Abschluss der "Olympischen Rotation"
auch das Finale vieler Turnveranstaltungen. Am Reck zeigen die Turner
atemberaubende Schwung- und Flugelemente aus Vorwärts- wie Rückwärtsbewegungen
heraus. Schwere Griffkombinationen (z.B. Rybalko), Richtungswechsel und
die Flugelemente (z.B. Kovacs-Salto) machen das Reck zum spektakulärsten
Gerät für die Zuschauer. Auch weil das "Königsgerät"
die meiste Spannung im Wettkampf mit sich bringt.
Der Kovacs-Salto ist am Reck ein weiteres Beispiel für das Bennenen
der Elemente nach den Erfindern. Der Ungar Peter Kovacs präsentierte
1979 seine heute unter dem Namen "Kovacs-Salto" bekannte Entwicklung
- ein Doppelsalto gehockt über die Reckstange in den Hang. Dieser
wird heute auch mit "Schrauben" (Längsachsendrehungen)
geturnt (z.B. Kolman).
WETTKAMPFGERÄTE DER FRAUEN
Die Frauen turnen an den vier Geräten Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken
und Boden. Auch hier wird mit Ausnahme des Sprungs (Mittelwert aus zwei
Sprüngen) an jedem Gerät eine Übung den Kampfrichtern präsentiert.
Am
SPRUNG (seit 2001 Sprungtisch, vorher Sprungpferd) gilt bei den
Frauen das gleiche wie bei den Männern - eine möglichst hohen
Anlaufgeschwindigkeit in eine möglichst lange, hohe und weite Flugphase
zu wandeln.
Oft werden Sprünge wie der so genannte "Jurtchenko" gezeigt.
Diese Entwicklung der UdSSR-Turnerin Natalia Jurtchenko beinhaltet eine
Radwende auf das Sprungbrett mit einem "Flick-Flack" (Handstützüberschlag
rückwärts) auf den Sprungtisch und einer anschließenden
mehrfachen Achsendrehung rückwärts (Breiten- und Längsachse).
Der
STUFENBARREN besteht aus zwei in unterschiedlichen Höhen
befindlichen Holzholmen. Die mit "aller Leichtigkeit" gezeigten
Übungen erfordern ein hohes Maß an Kraft, Präzision, Koordination
und nicht zuletzt Courage.
Die Turnerin bewegt sich vom einen zum anderen Holm, zeigt unterschiedliche
Richtungs- und Griffwechsel. Das Turnen am Stufenbarren erinnert heutzutage
an das Reckturnen der Männer, auch weil viele Reckelemente (z.B.
"Gienger", "Tkatchev", "Jäger") seit
einigen Jahren von den Turnerinnen am Stufenbarren präsentiert werden.
Das
Turnen auf dem SCHWEBEBALKEN ist und bleibt spektakulär.
Für den Zuschauer sind die Übungen - bestehend aus komplexen
Bewegungen mit akrobatischen Sprüngen, Drehungen und Gleichgewichtselementen
immer noch verwunderlich. Neben Flexibilität, Konzentration und Rhythmus
spielt auch der Ausdruck der Turnerin am Schwebebalken eine wesentliche
Rolle. Maximal 90 Sekunden hat die Sportlerin Zeit, auf dem "schmalen
Grat" ihr Bestes zu geben.
Am BODEN turnen
die Frauen wie auch die Männer Salti, Mehrfachdrehungen und akrobatischen
Kombinationen durch die Luft, zeigen Sprünge und gymnastische Elemente.
Anders aber als bei den Männern präsentieren die Frauen ihre
Bodenübungen mit tänzerischen Elementen und mit einer großartigen
Ausstrahlung. Nicht zuletzt diese graziöse Ausstrahlung zieht die
Zuschauer in den Bann der Turnerin.
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